Inspiration Freiburg & Straßburg

Mit seiner einzigartigen durchbrochenen Turmspitze und der umfangreichen mittelalterlichen Ausstattung zählt es zu den schönsten und bedeutendsten gotischen Kirchen in Deutschland. Um 1200 begann man im Osten mit dem Neubau, der um die alte Kirche errichtet wurde. Vorbild war die spätromanische Bischofskirche in Basel, der damals größte und modernste Bau am Oberrhein. Von dort kamen vermutlich auch der Architekt und die Bauleute. Bis zum Tod Bertolds V. 1218, waren der Chor, die angrenzenden Hahnentürme, das Querhaus und geringe Teile des Langhauses fertiggestellt. Unter den Grafen von Freiburg kam es zu einer Umplanung: Nicht mehr im spätromanischen, sondern in dem modernen, aus Frankreich kommenden gotischen Stil sollte die Kirche weitergebaut werden. Als Vorbild wählte man das Straßburger Münster.
Das Straßburger Münster ist mit seiner charakteristischen asymmetrischen Form (der Südturm wurde nie gebaut) bis heute das Wahrzeichen des Elsasses und auch vom drei Kilometer entfernten deutschen Rheinufer, von den Vogesen und dem Schwarzwald aus gut sichtbar. Die Bischofskirche wurde von Osten nach Westen auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichtet, zunächst im romanischen, dann im gotischen Stil. Mit der Vollendung des 142 Meter hohen Nordturmes im Jahr 1439 war die Kathedrale bis ins 19. Jahrhundert das höchste Bauwerk der Menschheit und wurde mitunter als achtes Weltwunder bezeichnet. Senator Burdas Faszination für Straßburg beruhte auch auf der großen Verehrung für Johann Wolfgang von Goethe. Goethe verbrachte einen Teil seiner Studienzeit in der elsässischen Metropole (1770–71) und verliebte sich während seiner „Streifferyen“ im Elsass in die junge Elsässerin Friederike Brion aus Sessenheim. Goethes Begeisterung für den Straßburger Münster: Die „großen harmonischen Massen, zu unzählig kleinen Teilen belebt“ erscheinen ihm „wie in Werken der ewigen Natur, bis aufs geringste Zäserchen, alles Gestalt, und alles zweckend dem Ganzen“.
