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Der Senator in Fessenbach

Der Senator in Fessenbach

„Wenn ich gegen Mittag den Betrieb verlasse und die Schranke an der Pforte hinter meinem Wagen niedergeht, dann weiß die ganze Belegschaft, wo ich zu finden bin.“

„Hier verbringe ich die glücklichsten Stunden des Tages. Hier ist der Ort, an dem ich zu mir selbst finde. Und hier- her, wo mir ein sanfter Luftzug vom Schwarzwald, die Bilder der Vergangenheit vogelleicht zuträgt, ziehe ich mich zurück, die Geschichte meines Lebens niederzuschreiben.“ „Inmitten der Rebzeilen, die sich wie ein grafisches Muster den Sonnenhang hinaufziehen, schöpfe ich das ganze Jahr über Kraft für meinen Beruf und was mich an sonstigen Nebenaufgaben erwartet.“

Diese Zeilen schreibt Senator Dr. Franz Burda 1979. Er ist 76 Jahre alt und sitzt an einem blanken Holztisch in seiner „Franzensstube“ in Fessenbach.

Gerne kehrt er während seiner Spaziergänge durch die Reben hier ein und bittet Blanka Fey, die Fenster putzt oder Vorbereitungen für den Abend trifft: „Blanka, schenke Sie mir ä Gläsle Franzensberger ein!“ Heute hat er Papier und Stift dabei, weil er beschlossen hat, seine Memoiren niederzuschreiben. „Mit Doktorhut und Druckerschwärze“ titelt Franz Burda sein mehrere hundert Seiten starkes Manuskript, das nie veröffentlicht wird.

Das Kapitel über Fessenbach ist eine Liebeserklärung an den Weinort und erinnert an schöne Stunden im Leben des Senators. Fotos aus dem Burda-Archiv und privaten Fotoalben dokumentieren eine glückliche Zeit. Er ist Teil einer Geschichte, die allen, die sie erlebt haben, unvergessen bleibt: feucht-fröhliche Stunden, Stubenmusik mit Kurt Neuschütz und Josef Matschy an Akkordeon und Zither, Ivan Rebroff, der singt, Aenne Burda, die mit Berthold Beitz tanzt, Franz Josef Strauß, der schunkelt, Walter Scheel, Max Schmeling, Heinz Sielmann, Peter Alexander, Mireille Mathieu…

Alle feiern sie in der Franzensstube, über die der Senator 1979 notiert: „Hier verbringe ich die glücklichsten Stunden des Tages. Hier ist der Ort, an dem ich zu mir selbst finde. Und hierher, wo mir ein sanfter Luftzug vom Schwarzwald, die Bilder der Vergangenheit vogelleicht zuträgt, ziehe ich mich zurück, die Geschichte meines Lebens niederzuschreiben.”

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